Beten mit Kindern

Teil 4 - A wie Anliegen

Im vierten und letzten Teil der Serie «mit Kindern beten» konzentrieren wir uns auf A wie Anliegen.

Es liegt uns etwas oder jemand am Herzen. Dafür stehen wir vor Gott und bitten im Namen Jesu um Hilfe. Kleine Kinder sind gesunde Egoisten. Sie sehen sich als Mittelpunkt der Welt, um den sich alles dreht – alles zu drehen hat! Für das Wohl des anderen können sie sich freiwillig frühestens ab dem dritten Lebensjahr einsetzen. Deshalb macht es Sinn, bei der Themenwahl der FÜRBITTE an der konkreten Situation des Kindes anzuknüpfen. Z.B. Ihr Kind möchte seinen Nuggi nicht nur im Bett haben, sondern am Besten immer und überall. Ein stressiger, oft zermürbender aber notwendiger Prozess kommt in Gang. In der gemeinsamen Gebetszeit z. B. abends vor dem Schlafen gehen, ergibt sich die Gelegenheit diese Situation in einen grösseren Kontext zu stellen. Nämlich an alle anderen Kinder zu denken, die jetzt auch lernen – müssen - ohne Nuggi aus dem Bett zu steigen. Und – an alle Eltern, die diese anstrengende Spannung durchleben. Vielleicht kennen Sie Familien, die in der gleichen Situation sind. Nennen Sie Kinder und Eltern beim Namen und bitten Sie Gott so konkret und einfach wie möglich um seine Hilfe. Ihr Kind wird staunen wie gross seine Welt dadurch wird!

Monika Etter

Dieser Text ist in der güggel.post Ausgabe 8/2020  am 31. Juli publiziert.
 

Teil 3 - B wie bedanken

«Komm, sag schön danke» so wurde mir beigebracht, in welchen Situationen ich wem zu Dank verpflichtet bin. Tatsächlich ist es eine soziale Errungenschaft, wenn Menschen dankbar sind.  Eine wichtige Kompetenz. Nicht nur weil es das Gegenüber erfreut, sondern auch weil es meinem Herzen guttut. Dankbarkeit ist der Boden für Zufriedenheit. Darum lohnt es sich auch schon kleine Kinder sanft ins «Danke» zu führen. Zuerst sind es die wichtigsten Bezugspersonen, die durch ihr Vorbild anregen, dann wird das Kind aktiv zur Nachahmung eingeladen und zuletzt kann es ohne Erwachsenen dankbar sein. Z.B. am wöchentlichen Familientisch, sagen wir einander zuerst wofür wir dankbar sind. Anschliessend bringt jedes Familienmitglied diese Dankbarkeit mit eigenen Worten vor Gott zur Sprache. Jedes Gebet ist ein persönliches Reden mit Gott und unterliegt nie den Kategorien Richtig oder Falsch. Wird also weder kritisiert noch korrigiert. Manchmal macht es Sinn, das den älteren Kindern unter vier Augen zu erklären, weil sie über das Gebet des Kleinkindes lächeln.
Ziel in der dankbaren Haltung ist es, auch für Unangenehmes, Störendes dankbar sein zu können.
Wir üben das gemeinsam vom 4. - 6. September im Ferienhaus «Juhui Flumserberg». Herzlich willkommen! Anmeldung übers Sekretariat.

Monika Etter

 

Teil 1 - A wie Anbetung

Liebe Mutter, lieber Vater,
Beten hilft! Das erfahren viele Menschen. Aber - kann man mit kleinen Kindern beten? Entdecken Sie mit mir in 4 Artikeln, dass Kinder Voraussetzungen mitbringen, die beim Beten lernen helfen.

Wir beginnen – analog zum ABBA - mit dem Buchstaben A wie Anbetung. 

Was abgehoben klingt hat seinen Ursprung im kindlichen Staunen. Genau dieses Staunen über Neues, Grösseres, Schönes… ist der Ansatz für die Anbetung. Als Bezugsperson greifen wir das Staunen des Kindes in der Situation auf z. B. eine Löwenzahnblume auf dem Weg. Sagen Sie Ihrem Kind wie Sie die Blume in Beziehung zu Gott sehen und drücken es z. B. so aus: «Gott du bist wunderbar, du hast die Löwenzahnblumen so besonders gemacht. Wir freuen uns daran» pusten Sie sanft, dass die Schirmchen fliegen - das macht Freude! Bei Gelegenheit - vielleicht während des Abendrituals - können Sie eine Kinderbibel zur Hand nehmen und die Schöpfungsgeschichte zusammen anschauen. In kleinen lebensnahen Häppchen eine Verbindung zu Gott herstellen genügt. Ihre Worte sind ein Angebot für das Kind. Sein «Nein» und «Aber» wird kommen.

Monika Etter

Dieser Text ist in der güggel.post Ausgabe 6/2020  am 29. Mai erschienen.

Teil 2 - B wie bekennen, bereuen

Lieber Vater, liebe Mutter,

heute machen wir uns Gedanken zu B wie bekennen oder bereuen. Das Bewusstsein für Richtig und Falsch setzt erst mit der Schulreife ein. Vorher nehmen die Kinder aber sehr wohl war, was wie bewertet wird und wie «man» damit umgeht.  D.h. sie lernen die Reaktion auf Fehlverhalten am Vorbild. Vorerst ohne eigenes, einsichtiges Schuldbewusstsein. Das nimmt uns als Bezugsperson in die Verantwortung. Wie gehen wir mit unserem eigenen Fehlverhalten um? Haben wir Worte dafür? Gibt es sowas wie eine Entschuldigung?  Bewährt hat sich ein ruhiges Abendritual indem auch das zur Sprache kommt was uns tagsüber nicht so gut gelungen ist. Beginnen Sie das Ritual möglichst zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Wir starten z. B. mit einem Lied. Und lassen ein Gebet folgen. Schauen gedanklich auf den Tag zurück. Sprechen unser Fehlverhalten ganz konkret auf der Handlungsebene an, sagen, dass es uns leidtut und bitten das Kind um Entschuldigung. Lassen dem Kind Zeit zu reagieren. Anschliessend bringen wir das Fehlverhalten vor Gott und bitten auch Ihn um Vergebung. «Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit». 1. Joh 1,9 Diese Zusage sprechen wir uns zu. Das Kind lernt so, dass es Bedrückendes und Trauriges gibt, aber die offene Aussprache die Beziehung entrümpelt und Gott Befreiung schenkt. Probieren Sie es aus?

Monika Etter

Dieser Text ist in der güggel.post Ausgabe 6.2/2020  am 12. Juni erschienen.